Berliner Bären – Stadtrundfahrt(en) Teil II

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Dieser Beitrag besteht aus Bild- und Textmaterial von 3 Touren, wobei nur eine mit dem Fahrrad, eine zu Fuß (filed under "Enkeltour") und eine mit dem Auto durchgeführt wurde. Die Reihenfolge stimmt nicht mit der realen Reihenfolge überein; ich habe einfach die Planungsfolge stehen gelassen und durch die Bilder und Notizen ergänzt.

Volkspark Jungfernheide, Hermann Joachim Pagels, Bär mit Kindern, 1925-28, Muschelkalkstein, 1928 aufgestellt, Von den ehemals zwei Plastiken (rechts und links der Allee) wurde eine im 2. Weltkrieg zerstört. Endlich/Wurlitzer 1990, S. 35. Die Figuren sind beschmiert und beschädigt. Der Sockel ist gerissen und ist eindringendem Wasser ausgesetzt, was besonders im Winter zu weiteren Rissen führen wird.

Am Rande der Jungfernheide in der Baumschule sehen wir Tosca, die Mutter von Knut, geschaffen von O. Wennemann.

Ebenfalls von Wennemann: Der Panda.

Meiningenallee, Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule, "Junger Bär" aus dem Jahr 1958 von Rose-Maria Stiller. Muschelkalkstein, H. 1,20 m, auf Ziegelsockel, Damus/Rogge 1979, S. 187, Begleitheft Ehmann 1988, S. 7, Endlich/Wurlitzer 1990, S. 30. Hier gibt es ein Archivbild bei "Bildhauerei in Berlin". Neben dem Dreilinden Bär von Renée Sintenis ist dies der einzige Bär, der im Alltagsgebrauch wieder auftaucht: Er dient als Vorlage für das Schullogo der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule und hat im Wettbewerb "Schönster Bär Berlins" eines Boulevardblattes den 2. Platz hinter dem Dreilinden-Bär belegt.

Die Skulptur August Rhades, Bär, um 1950 aufgestellt, am Spandauer Damm ebenfalls auf dem Gelände der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule habe ich dagegen nicht gefunden, weil das Schulgelände wegen der Ferien auch abgeschlossen war.

Schlosspark Charlottenburg, Kinderspielplatz, Bärengruppe, 1954, Hans Bautz, Muschelkalkstein, Literatur: Damus/Rogge 1979, S. 188, Endlich/Wurlitzer 1990, S. 29, Begleitheft Ehmann 1988, S. 6. Im Schlosspark sind jetzt übrigens die äußeren Rundwege zur Benutzung mit Fahrrädern freigegeben. Was auch ein wenig inkonsequent ist, weil die Wege genauso breit sind wie andere, den selben Oberflächenbelag haben und auch an historischen Bauten (Belvedere) vorbeiführen. Ich finde, man sollte den Uferweg mit einer besseren Deckschicht versehen und ansonsten nur noch schieben erlauben. Man muss nicht überall mit dem Rad fahren können.

Am Ende der Teufelsseechaussee (kennst du ein Wort mit 4 "e" und 4 "s"?), am Waldweg zum Teufelssee finden wir neben lauter Nackerter die Bärentränke aus Beton eines unbekannten Künstlers (oder Künstlerin). Die Tränke war mit Wasser gefüllt, ob vom letzten Regen oder noch in Betrieb, weiss ich nicht zu sagen.

Im Tiergarten kreuzen wir die Moabiter Brücke von der Bartningallee zur Kirchstraße und sehen "Vier Bären", von 1981, von Günter Anlauf aus Eisenguss, die im Krieg zerstörten Brückenkopf-Bären von Begas, Boese, Götz und Piper aus dem Jahre 1894 ersetzen. Von Günter Anlauf stammt auch der "Stolperbär" in Heiligensee, von dem später noch die Rede sein wird. Literatur: Endlich/Wurlitzer 1990, S. 149, Ehmann 1988, S. 153, Begleitheft Ehmann 1988, S. 15.

Ein Zufallsfund auf der Brücke: in den Verzierungen der Strassenlaternen finden sich auch Reliefbären.

In Spandau, genauer in Staaken am Ungewitterweg, Ecke Finkenkruger Weg, "Zwei Bären" von Siegfried Schmidt aus dem Jahr 1951 aus Muschelkalkstein Literatur: Endlich/Wurlitzer 1990, S. 119. Auch stark beschädigt.
An dieser Stelle der Vorschlag, alle Skulpturen im öffentlichen Raum in geschützte Bereiche von Kitas, Schulen oder Krankenhäuser oder Seniorenresidenzen zu platzieren. Besser wird das mit dem Vandalismus nicht, jedenfalls nicht auf absehbare Zeit. Besser eine Kapitulation als ein Totalschaden.

Nennhauser Damm an der Stadtgrenze, der Berliner Bär von L. Voigt aus dem Jahr 1967.

Die nächsten Bären sind die Zoobären. Gleichzeitig eine Enkeltour, allerdings zu Fuß - "haben wir jetzt alle Tiere gesehen?".

Der Kragenbär aus dem Jahr 1915 von Ernst Freese steht neben Freianlage der Braunbären und ist aus Marmor. Er ist eine Leihgabe der Nationalgalerie und seit 1926 im Zooführer erwähnt (im aktuellen allerdings nicht mehr). Literatur: Endlich/Wurlitzer 1990, S. 154.

Der Bär mit Rosenkorb, um 1917 entstanden, von August Gaul, steht neben dem Braunbärfelsen und ist aus Sandstein.
Der Bär stammt aus einer Gruppe von vier Steinfiguren, die Gaul für die (nicht erhaltene) Villa in der Rauchstraße des AEG-Direktors Felix Deutsch geschaffen hatte. Die drei übrigen Skulpturen, die beschädigt sind, befinden sich auf dem Hof des Gartenbauamtes Tiergarten (Straße des 17. Juni Nr. 31). Zwischenzeitlich war das gesamte Ensemble im Poststadion an der Lehrter Str. aufgestellt. (Ursel Berger für die Stiftung Bildhauerei in Berlin). Literatur: Endlich/Wurlitzer 1990, S. 153 f.

Auf dem kleinen Spielplatz auf dem Weg vor dem Affenfelsen sind Spielbären aufgestellt.

Wenigstens soll Knut zumindest in Form von Plüschskulpturen erwähnt werden... ein irrer Hype ist das.

Auf dem Weg zum Erweiterungsgelände steht dieser Ziegelbär.

Die Brückenpfeiler sind mit Sandsteinbären bewehrt.

Die Eisbärengruppe ist von Hansjörg Wagner. Die Gruppe besteht aus Carrara-Marmor und ist 1981 entstanden.

Die Tour mit dem Auto ist notwendig geworden, weil der Stolper Bär nicht zu erreichen war, bzw. weil ich ihn auch zu Fuß nicht entdecken konnte. Nach etlichen Versuchen, bei dem ich mich über mehrere Kilometer zu Fuß durchs Stolper Unterholz geschlagen habe, dutzende Behelfsbrückenleitern erbaut habe um über die Lärm-Sichtschutzwände der Autobahn zu spähen, habe ich Gabriela mit dem Auto engagiert, um den Bären aus dem fahrenden Auto zu fotografieren. Wie das Foto zeigt, ist das ganz leidlich gelungen. Auf der A 11 der Berliner Bär aus dem Jahr 1983 von Günter Anlauf, aus Aluminium, Literatur: Ehmann 1988, S. 83, Endlich/Wurlitzer 1990, S. 75, Begleitheft Ehmann 1988, S. 27.

Links:

Berliner Bären Quartett vom Stadtkind - Blog
Bildhauerei in Berlin
Zoologischer Garten Berlin
Verein Berliner Bärenfreunde e.V.
Berliner-Bär.de
Der Berliner Bär in der Wikipedia
Für alle 50+: Projekt Berliner BÄr
Führungen durch den Zoo und Zooaquarium von Dr. Dietmar Jarofke.
Weitere ungefähr 9.390.000 Links für "Berliner Bär" bei Google
Buddy-Bären.

Literatur:
1. Horst Ehmann, Kunst im Stadtraum, Hrsg. Senator für Bau- und Wohnungswesen, mit einem Künstler- und Ortsverzeichnis als Begleitheft, Berlin 1988.
2. Stefanie Endlich und Bernd Wurlitzer, Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin 1990
3. Der Berliner Bär: Ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart (Gebundene Ausgabe), von Bernd D. W. Unger, New York, 2000
4. Reichhardt, Hans J.: Der Berliner Bär Reihe: Berliner Forum 2/79 - herausgeg. vom Presse- und Informationsamt Land Berlin, Berlin Eigenverlag, 1979.
5. Denkmale und Plastiken im Stadtbezirk Prenzlauer Berg, Hrsg. Rat des Stadtbezirkes Prenzlauer Berg, Abteilung Kultur, Berlin 1980

Diese Bären werden in Teil III behandelt:
Jesse Owens Allee auf dem Gelände des Reiterstadions, Spielende Bären, Entstehungszeit unbekannt, Künstler unbekannt.
Malaienbär, 1904, Ernst-Moritz Geyger, Zoologischer Garten, Oberer Waldschänkenteich, Bronze
Am Juliusturm, Zitadelle Spandau, Walter Schott, Markgraf Albrecht der Bär, 1898, Marmor.
Bernauer Straße, Ecke Gartenstraße, Hildebert Kliem, Zwei spielende Bären, 1966, Betonguß, H. 65 cm.
Laurinsteig, vor der Reneé-Sintenis-Grundschule, Grünanlage , Renée Sintenis, Berliner Bär, 1957, Bronze.
Wisbyer Straße 37-40, vor der Kaufhalle , Gerhard Thieme, Bärengruppe, 1979, Bronze, (nicht mehr vorhanden)
Ossietzkystraße, Lothar Rechtacek, Bär, 1983,, Kunststein, (verschwunden)
Großer Tiergarten, Straße des 17. Juni Nr. 31 im Gartenbauamt Tiergarten, Bärengruppe, 1917 um, August Gaul, Sandstein.
Berlins lebendige Bären.
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