Hecken

Hecken erfüllen viele Aufgaben und können für viele Zwecke eingesetzt werden. In der freien Landschaft sind Hecken Rückzugsraum nür Tiere und Insekten, die wir heute allgemein als Nützlinge betrachten. Sie dienen als Erosionsschutz, als lebende Zäune, als Klimafaktor, als Schattenspender oder als Obstanlage. In unserer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft haben sie oft auch die Funktion als ökologischer Ausgleich zur Intensivnutzung der Ackerflächen und verbinden Ökosysteme miteinander.
In Parks und Gärten haben Hecken aber eine andere Aufgabe: Sie teilen Räume, schützen vor neugierigen Blicken, bieten Vögeln Nistplätze und Nahrung im Winter, schützen vor Wind, Staub und Sonne oder sind einfach nur schön anzuschauen.
Während in Parks und in der freien Landschaft die Hecken frei wachsen düfen und nur alle paar Jahre gezähmt oder verjüngt werden, sind die Hecken in der Stadt häufig in eine Form geschnitten: die Formhecken.
Sie beanspruchen weniger Raum als freiwachsende Hecken und müssen deswegen auch häufiger geschnitten werden, um dicht zu werden und in der Form zu bleiben. Der Schnitt erfolgt 2 mal im Jahr, bei Bedarf auch öfter.
Vor der Pflanzung ist der Grenzverlauf festzustellen, um spätere Rechtsstreitigkeiten mit den Nachbarn zu vermeiden. In der Regel verständigt man sich mit den Nachbarn über Abstand und Höhe.
Pflanzzeit ist in der Vegetationsruhe, also von Ende Oktober bis April. Pflanzen im Container kann man ganzjährig pflanzen, wenn die Wasserversorgung gesichert ist.
Die Arbeitsschritte:

  • eine Schnur spannen, die den Kern der Hecke festlegt.
    • Aushub des Pflanzgrabens mindestens 1,5 mal so breit wie der Wurzelballen der Pflanze
    • Die Grabensohle lockern
    • Verbesserung des Aushubs mit Komposterde oder organischen Düngern
    • Schnitt der Wurzeln: Die Wurzelspitzen werden abgeschnitten – allerdings hat die Wissenschaft festgestellt, dass die Pflanzen mehrheitlich ohne Schnitt der Wurzeln besser anwachsen
    • Auslegen und fixieren der Pflanzen
    • Pflanzen ausrichten
    • Erde einfüllen – dabei auf die Höhe und Richtung der Pflanzen achten
    • Erde andrücken – mit dem Fuß leicht antreten
    • Pflanzen ggf noch einmal ausrichten
    • Gießmulde (Gießrand) herstellen
    • wässern – einschlämmen: es sollen die Wurzeln Bodenschluss bekommen: von Erde allseitig umhüllt sein
    • Rückschnitt der oberirdischen Pflanzenteile auf 1/2 oder 1/3 der Höhe – bei Nadelgehölzen und bei Pflanzen mit Ballen nur auf eien Höhe und Breite schneiden. Falls Notwendig, auch zwischen die Pflanzen die Triebe einkürzen.
  • Welche Pflanzen?
    Gattung, Art, Sorte
    Acer campestre
    Berberis thunbergii
    Buxus sempervirens
    Carpinus betulus
    Chamaecyparis pisifera ‚Plumosa‘
    Cornus mas
    Crataegus laevigáta
    Fagus sylvatica
    Larix decídua
    Ligustrum ovalifolium
    Ligustrum vulgare
    Ligustrum vulgare ‚Atrovirens‘
    Ligustrum vulgare ‚Lodense‘
    Picea abies
    Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘
    Pyracantha coccinea
    Pyracantha coccinea ‚Bad Zwischenahn‘
    Pyracantha coccinea ‚Kasan‘
    Ribes alpinum
    Spiraea x vanhouttei
    Symphoricarpos albus
    Taxus baccata
    Thuja occidentalis

    Man kann auch die Arten mischen, sollte dann aber darauf achten, dass mehrere Arten einer Art zusammenstehen, weil sonst die Hecke zu „unruhig“ wirkt. Da die Pflanzen auch ineinander wachsen, entsteht leicht auch ein verwilderter Eindruck. Die Arten sollten auf die Wuchskraft abgestimmt werden, damit die schnellwachsenden die langsamen nicht erdrücken.

    Darüber hinaus kann man natürlich auch weitere Gehölze für eine geschnittene Hecke verwenden, wenn auch die Pflanzen nicht allen Kriterien für eine vollkommene Hecke erfüllen. Bei der Forsythie oder beim Falschen Jasmin schneidet man regelmäßig die Blütentriebe ab oder die Pflanzen kahlen unten auf. Dies kann auch bei den oben genannten Baumarten passieren, wenn sie zu dicht gepflanzt werden oder älter werden.

    Freiwachsende Hecken in der Landschaft bestehen zum größten Teil aus heimischen autochthonen Gehölzen, die durch weitere Arten ergänzt werden können. Kriterien zur Pflanzung wären:
    • dornige oder stachelige Triebe
    • Fruchttragend
    • trockenheitsresitent
    • breite Standortamplitude
    • heimische Arten
    • wenig oder keine Wurzelausläufer treibend
    • Wurzeldruck von anderen Arten vertragend

    In Frage kommen: (heimische Arten von)
    Acer, z.B. campestre
    Aronia (melanocarpa)
    Carpinus betulus
    Crataegus (monogyna, prunifolia, laevigata)
    Lonicera xylosteum
    Prunus spinosa, avium, domestica, armeniaca, mahaleb
    Rubus fruticosus, idaeus, caesius, chamaemorus
    Ribes
    Hippophae
    Ligustrum
    Malus
    Morus
    Pyrus
    Rhamnus
    Rosa
    Sambucus
    Sorbus
    und viele andere Arten.
    Am besten lässt man sich in einer Baumschule vor Ort beraten. Wer streng auf Naturschutz und Authentizität achtet, nimmt Pflanzen autochthoner (aus der Umgebung stammende) Herkunft.

    Zum Schluß noch eine Prüfungsfrage:
    Ein Grundstücksbesitzer ist ein Anhänger von Schnitthecken. Für die unten angegebenen fünf Bereiche seines Grundstückes wünscht er sich fünf verschiedene Heckenpflanzen.

    Nennen Sie je zwei Heckenpflanzen (vollständige botanische Namen für die angegebenen Bereiche und beachten Sie bei der Auswahl die besonderen Wünsche/Vorgaben des Besitzers!

    Bereiche / Vorgaben:
    a) Grundstücksgrenze zum Sportplatz
    Wünsche: Hecke über drei Meter Höhe; immergrün, damit die Besucher des Sportplatzes nicht auf das Grundstück schauen können

    b) Grundstücksgrenze links zum Nachbarn
    Wünsche: Hecke bis 150 cm Höhe; sommergrün

    c) Grundstücksgrenze rechts zum Fußweg
    Wünsche: Hecke über 300 cm Höhe; sommergrün

    d) Einfassung Terrasse
    Wünsche: Hecke bis 50 cm Höhe; sommergrün

    e) Einfassungen Rosenbeet und Staudenbeet
    Wünsche: Hecke bis 50 cm Höhe; immergrün

    Viel Spaß!

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