Indische Laufenten in der Inselgärtnerei

Nachdem ich etliche Stunden damit verbracht habe, durch taunasse Beete zu krabbeln um mit der Schere Nacktschnecken zu zerschneiden, habe ich über Alternativen nachgedacht.
Zu Hause habe ich halt die Groß-Familienpackung Schneckenkorn genommen und das Problem halbwegs in den Griff bekommen. Auf der Schulfarm Insel Scharfenberg ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – auch von Schneckenkorn – verboten, weil Scharfenberg teilweise sogar in der Wasserschutzzone I – Fassungsbereich – liegt. Und das ist nicht nur deswegen gut so. Schließlich soll Scharfenberg nachhaltig betrieben werden, dazu gehört auch der integrierte Pflanzenschutz.
Heimische etablierte natürliche Feinde sind mit der Aufgabe überfordert. Hungrigen Igeln wird nachgesagt, dass sie Nachtschnecken nicht verschmähen, aber hungrige Igel gibt es bei uns nicht. Maulwürfe haben auch einen anderen Speiseplan. Der einheimische Gemeine Grabkäfer frisst die Eier der Nacktschnecke, wenn es sie findet. Nematoden sind erfolgreich getestet worden. Bakterien können auch humanpathogen wirken.
Kommen wir unter Beiseitelassung von Schneckenzäunen (hihi), Schneckenfallen und Sonstigem gleich zu den Indischen Laufenten.
Die Inselgärtnerei hat eine unbefestigte Fläche von ca. 5000 m2. Der Boden ist sandig mit wenigen humosen Anteilen. Die Wasserhaltekraft ist gering und wurde anfangs mit Tongranulaten und -mehlen geringfügig erhöht. Da es seit 2002 keinen Gärtner mehr auf der Insel gab, ist diese Bodenverbesserung mittlerweile wieder ausgewaschen. Innerhalb der Inselgärtnerei gibt es kein Feuchtbiotop oder Teich.
Nachdem ich die Vorteile und Nachteile abgewogen habe, bin ich bei den Kollegen und bei der Schulleitung vorstellig geworden und bin (überraschenderweise) nur auf Zustimmung gestoßen. Vorrichtungen zur Beherbergung der Tiere waren vorhanden oder wurden geschaffen. So wurde in das Gewächshaus ein kleines Geflügelhaus gestellt und ein ca. 12 m2 großer Bereich als Übernachtungsmöglichkeit abgeteilt. Nach einer 6-monatigen Probephase soll in der Gärtnerei ein geschütztes raubtiersicheres Gehege mit Entenplansche gebaut werden. Im Winter kommen die Tiere in den Stall, wo sie ein ebenfalls 12 m2 großes Geflügelgehege beziehen.
Nach ein paar Telefonaten wurden wir fündig und kauften einen Erpel und zwei Enten, allesamt Geschwister.
Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Fortsetzung folgt.

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