Rundbrief Ausbildung, Schule und Beruf – alles wird digital

Fakten zur Regierungspolitik

Berlin, 24. November 2016

Ausgabe 03 | 2016

Ausbildung, Schule und Beruf – alles wird digital

Die Bilanz des Ausbildungsjahres 2015/16 ist gut. Angebot und Nachfrage waren nahezu ausgeglichen. Bundesweit kamen auf 100 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen 106 gemeldete Bewerber. 474.700 neue Ausbildungsverträge wurden bis zum 30. September geschlossen – rund 200 mehr als im Jahr davor.
Dennoch blieben 43.500 Ausbildungsstellen unbesetzt. 22.900 Bewerberinnen und Bewerber fanden keine Stelle.
Die Ursachen sind vielfältig: Erstens gibt es – wie in Bayern und im Saarland – mehr Stellen als Bewerber. Zweitens passen berufliche Anforderungen und Schulqualifikationen oft nicht zusammen. Drittens ist es in einigen Berufen besonders schwer, Azubis zu finden.
Insgesamt waren im letzten Ausbildungsjahr 546.900 Ausbildungsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 15.900 mehr als im Vorjahr. Trotz des Trends zum Studium gab es erstmals mehr Ausbildungsbewerber mit Studienberechtigung als mit Hauptschulabschluss.
Im Handwerk absolvieren rund ein Drittel der Auszubildenden ihre Lehre. 2016 konnten die Handwerksbetriebe 131.000 Ausbildungsverträge schließen – über ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das Handwerk bietet leistungsstarken Bewerbern gute Perspektiven. Auch hier geht die Digitalisierung mit Riesenschritten voran.
In der Backstube, auf dem Dach, beim Autobau – ohne „digital“ geht nichts. In immer mehr Berufen wird digital gearbeitet – von der Backstube über den Dachdecker oder Anlagenmechaniker fürs Smart-Home bis zum Autobauer. Zum Ausbildungsjahr 2016 wurden neun Ausbildungsberufe an die digitale Entwicklung angepasst. Darunter der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Dachdecker, der Hörgeräteakustiker sowie der Mediengestalter Digital und Print.

IT–Gipfel: „Lernen und Handeln in der digitalen Welt“
Noch sind nicht alle Berufsschulen, Ausbildungsbetriebe und Lehrkräfte auf das digitale Lernen ausreichend vorbereitet. Das soll sich ändern. Auf dem Weg dahin ist vor allem mehr digitale Bildung in den Schulen gefragt. Deshalb stand der 10. Nationale IT-Gipfel am 16. / 17. November in Saarbrücken unter der Überschrift „Lernen und Handeln in der digitalen Welt“.
Bundesbildungsministerin Wanka hat den „DigitalPakt#D“ vorgeschlagen. Ab 2017 sollen die 40.000 Schulen in Deutschland mit Breitband, WLAN und Endgeräten versorgt werden. Der Bund will den Bundesländern dafür fünf Milliarden Euro über fünf Jahre ausreichen. Die Länder sollen pädagogische Konzepte erstellen, Pädagogen weiterbilden und gemeinsame technische Standards setzen.

Bilanz des Ausbildungsmarkts 2015/16

Bessere Chancen für Bewerber, aber regional deutliche Unterschiede

Die Betriebe boten 2015/16 mehr Ausbildungsplätze an als im Jahr zuvor. Damit hatten die Bewerber bessere Chancen – allerdings je nach Region, Beruf und Qualifikation ganz unterschiedlich verteilt. Bis zum 30. September 2016 meldeten die Kammern 474.700 neue Ausbildungsverträge. Insgesamt 43.500 Ausbildungsstellen waren Ende September 2016 noch nicht
besetzt, 1.900 mehr als im Vorjahr.

Bundesagentur für Arbeit

Studienberechtigte entdecken zunehmend die duale Berufsausbildung

Erstmals bewarben sich in diesem Jahr mehr Jugendliche mit Studienberechtigung als mit Hauptschulabschluss für eine duale Ausbildung. Dagegen hatte 2010 noch jeder zweite Azubi im Handwerk einen Hauptschulabschluss, so das Bundesinstitut für Berufsbildung.

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Handwerk hat immer noch „goldenen Boden“

Eine Ausbildung im Handwerk bietet viele Chancen. Nach wie vor hat es den „goldenen Boden“. Viele Jugendliche erkennen das. So wurden in diesem Jahr 131.181 Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen – ein Prozent mehr als 2015 – trotz des Trends zum Studium. In vielen Ausbildungsberufen blieben dennoch Stellen frei; so im Baugewerbe und der Anlagenmechanik für
Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

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Berufsausbildung zahlt sich lebenslang aus

Fachkräfte verdienen in ihrem Berufsleben im Durchschnitt 329.000 Euro mehr als Hilfskräfte.
Je höher die Anforderungen, desto höher die Bezahlung. IT-Fachkräfte mit einer dreijährigen Berufsausbildung können sogar mehr verdienen als Experten mit Hochschulabschlüssen.

Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Nationaler IT-Gipfel : Berufsbildung 4.0

Bundeskanzlerin Merkel: Anpassungen in der Bildung nötig

Mit der Industrie 4.0 verändern sich Berufsbilder, neue entstehen. Darauf gelte es zu reagieren, sagte Bundeskanzlerin Merkel in einer Videobotschaft. Allerdings brauche man „noch ein paar Grundfähigkeiten“. Dazu gehörten Schreiben, Lesen „einige Fakten im Kopf“ sowie das Verknüpfen von Daten.

Podcast

Digitalpakt#D für Schulen

Bildungsministerin Johanna Wanka bietet an, ab 2017 über fünf Jahre die rund 40.000 Schulen aller Art mit Breitband, WLAN und PC zu versorgen. Die Länder sollen sich verpflichten, die notwendigen pädagogischen Konzepte, die Weiterbildung für das Lehrpersonal sowie gemeinsame technische Standards umzusetzen.

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Bundesbildungsministerin Wanka: „Wir brauchen eine Berufsbildung 4.0“

Betriebe setzen in der Ausbildung digitale Lern- und Medienformate sehr zurückhaltend ein, ergab eine Umfrage unter 3.000 Unternehmen im Auftrag des Bildungsministeriums. Fast jeder zweite Betrieb ist unzufrieden mit den IT-Kenntnissen seiner Auszubildenden. Deshalb unterstützt das BMBF kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe: bei der Ausbilderqualifizierung
und der digitalen Ausstattung der Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Unternehmen sollen in einem Netzwerk gemeinsam die technischen Infrastrukturen und Lernangebote bereitstellen und nutzen können.

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Ausbildungsberufe für Digitalisierung eingestellt

Mit neun modernisierten dualen Ausbildungsberufen begann das Ausbildungsjahr 2016. Von „Anlagenmechanik für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ bis zu „Rollladen- und Sonnenschutzmechatronik“ verlangt die Digitalisierung besser qualifizierte Beschäftigte. Das spiegelt sich in den neuen Ausbildungsordnungen wider.

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Themenseite zur digitalen Bildung

Das BMBF informiert auf einer Themenseite über das Schwerpunktthema „Digitale Bildung“ beim Nationalen IT-Gipfel 2016. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit neuen Lernformen in der Berufsbildung, zum Beispiel mit Erklärvideos auf Youtube. Schulen und Hochschulen müssten sich dieser Konkurrenz stellen, so Michael Härtel vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Themenseite „Digitale Bildung_Für das Leben lernen“

Bessere Bildungschancen durch intelligente Digitalisierungsstrategien

[Link]

Workshops für Ausbilder: Digitale Medien in der Berufsausbildung einsetzen

Gut 200 Ausbilderinnen und Ausbilder haben an einer virtuellen Druckmaschine Bedien-, Service- und Wartungssituationen kennengelernt. Dieses Wissen nehmen sie mit für ihre Azubis, die dann mit Smartphones oder Tablets ebenfalls am virtuellen Drucksystem lernen können.
Das Interesse an den ersten vier vom Bundesbildungsministerium geförderten Anwenderworkshops war groß. Sie werden 2017 fortgesetzt. Dabei soll erstmals ein neues Lernkonzept mit einer Virtual-Reality-Brille gezeigt werden.

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Projektdatenbank „Qualifizierungdigital“ für die Aus- und Weiterbildung

In der Projektdatenbank „Qualifizierungdigital“ finden Berufsbildungsexperten Projekte und Praxisbeispiele für mobiles Lernen und moderne Ausbildungskonzepte.

Qualifizierungdigital.de

Bundesbildungsministerium fördert Aufbau einer Informationsstelle für OER

OER (Open Educational Resources) sind offene Lehr- und Lernmaterialien. Alle können auf OER im Netz zugreifen und sie verwenden. Die Materialien können zwischen Lehrkräften geteilt, im Internet verbreitet und an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden. Ab dem Frühjahr 2017 werden auf der Online-Plattform „open-educationel-resources.de“ passgenaue Informationen für Lehrer, Ausbilder und Schüler bereitgestellt.

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Deutscher Bildungsserver

Tipps und Termine

Bundesagentur für Arbeit lässt auf Facebook Azubis, Studenten und Personaler zu Wort kommen

Was machen Streetworker und wie lernt man den Beruf? Was bringen eine Berufsausbildung oder eine Weiterbildung? Auf der Fanpage „Das bringt mich weiter“ gibt es Infos zu allen möglichen Berufen und zu Studiengängen. Egal ob Bewerber, Azubi, Studentin oder Personaler – alle können über ihre Erfahrungen berichten und anderen Tipps geben.

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Flüchtlinge beim Einstieg in die berufliche Bildung unterstützen

Wie funktioniert der Einstieg in Ausbildung und Lehre? Was muss dabei beachtet werden? Wer bietet Hilfe an? Diese Fragen stellen sich viele, die Flüchtlinge bei der Integration durch Bildung unterstützen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Informationsportal „Flüchtlinge und Ausbildung“. Die Internetseite bietet grundlegende und einfach verständliche Informationen zum Asylverfahren und zu den Voraussetzungen für den Einstieg Geflüchteter in die duale Ausbildung. Zudem werden die vom Bund geförderten Beratungs- und Unterstützungsangebote vorgestellt. Der Text ist für Smartphones optimiert.

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Neues Online-Portal: Altenpflege – Ausbildung

Altenpflegerinnen und -pfleger sind gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Ein neues Online-Portal des Bundesfamilienministeriums informiert umfassend über Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege. Das „Beratungsteam Altenpflegeausbildung“ des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hilft Pflegeeinrichtungen, damit sie mehr Ausbildungsplätze anbieten können. Die Akteure der Pflegebranche erhalten die neuesten Informationen rund um das Thema Pflegeausbildung.

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ERASMUS+ – Fördermittel für Auslandsaufenthalte beantragen

Ausbildungsbetriebe können für ihre Ausbilder und Auszubildenden Fördermittel aus dem EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS+ beantragen. In einem Handbuch werden die einzelnen Schritte erklärt – von der Projektidee über die Finanzierung bis zur Partnersuche. Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim BIBB berät Ausbildungsbetriebe bei der Antragstellung.

Video: Betriebe profitieren von ERASMUS+

Handbuch: Mobilität machen – Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung erfolgreich durchführen

Link

Quelle

Der „Rundbrief Ausbildung“ enthält vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zusammengestelltes Informationsmaterial zur beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die Darstellung erfolgt in einer redaktionell überarbeiteten, komprimierten Form mit Hinweisen auf weitergehende Recherchemöglichkeiten und Bezugsquellen.

Der „Rundbrief Ausbildung“ wird ausschließlich im Internetangebot der Bundesregierung www.bundesregierung.de publiziert. Er kann per E-Mail unter folgendem Link abonniert werden: zum Abo.

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